Heute stand Ausschlafen auf dem Programm und ein Morgenessen mussten wir auch nicht vorbereiten, denn auf dem Plan stand ein Brunch auf dem Neighbourgoods Market im Stadtteil Woodstock bei der alten „Guetzlifabrik“. Woodstock ist ein trendiges, aufstrebendes Viertel mit zahlreichen hippen Cafés, vegetarischen Restaurants und Galerien, die in alten Fabrikgebäuden mit lebhafter Wandkunst zu finden sind. Das restaurierte Einkaufszentrum Old Biscuit Mill bietet angesagte Designläden und den wöchentlichen Neighbourgoods Market https://theoldbiscuitmill.co.za/neighbourgoods-market mit Streetfood-Ständen, afrikanischer Handwerkskunst und Designermode. Organisiert war das Ganze wie in einem Foodcorner. Rundherum zahlreiche Stände mit Köstlichkeiten aus aller Welt und mittendrin Festbänke, an welchen man gemeinsam essen und sich austauschen konnte. Nach einer anschliessenden kleinen Shoppingtour ging es weiter in Richtung Waterfront. Einmal mehr fuhren wir an der Brücke vorbei, die einfach mitten in der Luft aufhört. Thomas war besonders beeindruckt von diesem kuriosen Bauwerk, hatte er doch im Oktober schon mal ein Bild davon für einen Kundenvortrag benutzt. Offiziell heisst die bereits oftmals als Filmkulisse benutzte Brücke Foreshore Freeway Bridge https://de.m.wikipedia.org/wiki/Foreshore_Freeway_Bridge , im Volksmund die Bridge to nowhere.
Nach einem millimetergenauen Parkmanöver im Parking der Waterfront Shoppingmall schlenderten wir bei nun endlich wieder schönstem Wetter zum Nelson Mandela Gateway wo wir einen grossen Katamaran bestiegen, der uns auf die Gefängnisinsel Robben Island herausbringen sollte. Kaum aus dem Hafen heraus, schüttelten riesige Wellen unser Schiff durch, so dass sogar unser erfahrener Murtensee-Kapitän kurze Zeit das Gleichgewicht verlor😉. Nach ca. 30 min Silverstar-Feeling erreichten wir unser Ziel, wo uns bei der Hafeneinfahrt dem Namen entsprechend ein paar faule Robben entgegen blinzelten. Danach entdeckten wir wiederum einen Job, der es als einer der Unnötigsten auf unsere Hitliste schaffte. Am Quai sprach eine Dame wiederholend und live Anweisungen in ein Mikrofon. Nach 2 Minuten haben sich diese bereits so in unsere Nerven eingebrannt, dass wir sie auswendig konnten. Als wir 3h spätervon unserer Tour zurückkehrten, sprach immer noch die selbe Dame die haargenau gleichen Texte🤔.
Diesen Anweisungen Folge leistend, stiegen wir in einen Bus ein, wo uns unser Guide, anscheinend ein ehemaliger Gefängnisinsasse, begrüsste. Nach ca. 500m Fahrt!!! erreichten wir den Gefängnistrakt. Die anschliessende Führung und das Durchschreiten dieser Anlage und der sehr kleinen und spartanischen Zellen war zusammen mit den Erläuterungen zum damaligen Gefängnisalltag extrem beeindruckend. Trotz schönem Wetter und schöner Umgebung war das Ganze doch auch beklemmend, wenn man bedenkt, was Mandela und seine Mitstreiter in ihren zahlreichen Haftjahren alles erlebt haben mussten https://www.spiegel.de/geschichte/nelson-mandela-auf-robben-island-a-947040.html . Im Bewusstsein, dass nur der Xhosa Makena 1819 mit 30 weiteren einen Fluchtversuch auf 3 Booten wagte, bei welchem jedoch lediglich 4 Männer überlebten, waren wir doch froh, Robben Island wieder verlassen zu können. Die Rückfahrt war zwar nicht ruhiger, doch wir wurden durch den atemberaubenden Blick auf die Mothercity und die sie umschliessenden Bergkämme abgelenkt. Das Abendessen genossen wir direkt am Meer im Beachclub Bungalov https://www.thebungalow.co.za in Clifton, unserem Nachbarort.