Heute wollten wir den Souk erkunden gehen. Da unser Riad schon mittendrin lag, war dies ein einfaches Unterfangen, dachten wir... Doch schon nach 200m hatten wir keine Ahnung mehr, wo wir waren.
Die Gassen sind so verwinkelt und Hinweisschilder so selten, dass wir aufgeschmissen waren und uns nach unserem Ziel, der Medersa (alte Koranschule) durchfragen mussten. So klappte es aber dann
doch noch und wir konnten das wunderschön verzierte Gebäude in Augenschein nehmen. Besonders faszinierend waren die Zimmer der Studierenden, die sehr klein und spartanisch eingerichtet waren. Der
weisse Marmor und die geschnitzten Zederndecken waren weitere Höhepunkte dieses Besuchs. Beim Ausgang trennten wir uns. Während Mami und Michelle in ein Café schlenderten, wollten Céline und Papi
noch das Gerberviertel besuchen. Ein Herr, der zufällig gerade beim Ausgang der Koranschule stand, meinte, dass heute ein besonderer Tag sei, denn die Berber seien für den letzten Tag im
Gerberviertel, bevor sie dann wieder in das Atlasgebirge zögen. Per Zufall sei gerade ein Junge da, der ins Gerberviertel müsse und der uns natürlich kostenfrei mitnehmen würde. Ok wir folgten
dem jungen Mann und er erzählte uns, dass heute ein besonderer Tag sei, da die Berber... Im Gerberviertel brachte er uns zum Chef, der zufällig gerade in der Gasse stand und uns natürlich
kostenlos frische Minze gegen die wirklich schlechten Gerüche reichte und uns in die Gerberhöfe führte. Er erzählte uns, dass heute ein besonderer Tag sei, da die... Er nahm uns die
Minzezweige für die nächsten Besucher (!!!) wieder ab und führte uns weiter zu einem Laden, in welchem wir die Geschichte der Berber zum 4. Mal hörten (langsam glaubten wir sie auch) und uns
natürlich Lederwaren angeboten wurden. Papi feilschte um einen Gürtel und war wohl etwas gar ambitiös, so dass das Geschäft nicht zustande kam und uns der Verkäufer noch einige Meter folgte,
bevor er aufgab. Dafür stand dann plötzlich zufälligerweise der Chef wieder in einer Gasse, diesmal ohne Gerbergeschichte, sondern mit einer hohlen Hand. Er verlangte nun 200 Dirham für die
Führung. Das wäre teurer gewesen als der Gürtel, daher stieg Papi nicht darauf ein, gab ihm 10 Dirham, worauf er uns unter lautem Protest ziehen liess. Den Weg fanden wir dann alleine wieder
zurück, worfür wir einen Navigationsorden verdient hätten. Als wir wieder alle 4 vereint waren, liessen wir uns durch den Souk treiben, märteten und kauften noch ein Teeset und assen im Café des
épices unser MIttagessen auf der Terrasse mit wunderbarer Aussicht auf einen grossen Marktplatz. Danach gings weiter im Souk und das Handeln begann Spass zu machen. Wir sahen auch noch den
Geflügelmarkt und durch einige sehr verwinkelte Gassen fanden wir den Weg zurück zu unserem Riad. Das Abendessen genossen wir direkt neben dem Riad auf der Terrasse des épices. Danach stand noch
Shisha-Rauchen auf dem Programm. Schliesslich musste ja Célines neue Anschaffung getestet werden. Unser Riad-Team hat sich bereit erklärt, die nötigen Zutaten zu beschaffen und die Shisha in
Betrieb zu nehmen. Leider funktionierte sie nicht auf Anhieb. Zum Glück hat Thomas zuvor noch ein Lernvideo auf Youtube angeschaut und konnte das Ganze zurecht biegen, ein fehlendes Stück noch
montieren und die Hälfte des Tabaks (der zu viel in den Behälter gesteckt wurde) wieder entfernen. Danach funktionierte die Shisha bestens und Céline schaffte es sogar, ein paar
(Freuden-)Rauchringlis zu machen. Leider klappte es mit Aebersolds an diesem Abend nicht mehr, da sie (wie wir auch) zu müde für einen Besuch waren. So konnten wir zeitig ins Bett, denn morgen
hiess es Abschied nehmen vom Riad und eine lange Autoreise nach Ait Ben Haddou unter die Räder zu nehmen.