Am heutigen Reisetag durchquerten wir die Bretagne von der Süd- bis zu der Nordküste. Einen ersten Zwischenstopp gab es in der Nähe von Quimper beim riesigen Fabrikladen von Armor Lux, der typisch bretonischen Kleidermarke, wo wir uns eine Shoppingstunde gönnten. Eingedeckt mit einigen Ringelpullis und Shirts besuchten wir auch noch die Altstadt von Quimper, der Hauptstadt der historischen Landschaft Cornouaille und Sitz der Präfektur des Départements Finistère im Nordwesten Frankreichs. Die Stadt hat ca. 65 Tsd. Einwohner, die französisch quimpérois und bretonisch kemperiz genannt werden. Ihr ursprünglicher bretonischer Name Kemper bedeutet Zusammenfluss, da sie an den Einmündungen des Jet, des Steïr und des Frout in den Fluss Odet errichtet wurde. Im Zuge der Französischen Revolution vorübergehend in Montagne-sur-Odet umbenannt, heißt sie heute einfach nur Quimper. Auch hier gab eine riesige Markthalle und ein noch grössere gotische Kathedrale, deren Chor leicht abgewinkelt zum Hauptschiff stand.
Nach dem pulsierenden Leben in Quimper genossen wir die Ruhe in den Highlands der Bretagne und fuhren in Richtung Huelgoat, was soviel wie Hochwald bedeutet. Der Wald von ‘Huelgoat’ ist die Wiege zahlreicher Legenden und vor allen Dingen für seine kuriosen und zugleich wunderschönen Felsen bekannt. Eine Ansammlung chaotisch angeordneter, runder Gesteinsblöcke, die den Ursprung zahlreicher Geschichten bilden. Hier schlängelt sich auch der Silberfluss – das Reich der Feen von Huelgoat – hindurch. Der Legende zufolge bat der Riese Gargantua auf seiner Reise durch die Region die Bewohner des Waldes um Gastfreundschaft. Als ihm nur Buchweizenbrei angeboten wurde, lief er wutentbrannt davon und schleuderte, um sich zu rächen, alle Felsbrocken, die er unterwegs fand, an die Stelle, wo sich das heutige Felschaos befindet. Was für ein Durcheinander! Den 135 t schwere "Pierre tremblant" brachten leider auch wir nicht zum schwingen ;-)
Bei der Weiterfahrt begegneten wir den höchsten Bergen der Bretagne, die vor Millionen Jahren höher als der Mount Everest waren, heute aber nur noch rund 380m aufweisen können. Der höchste Berg der Bretagne ist übrigens der Roc'h Ruz (385 m). Den letzten Zwischenhalt machten wir in Morlaix. Diese Stadt der Kunst und der Geschichte wird vom mächtigen Eisenbahnviadukt beherrscht, hat aber auch eine schmucke Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern zu bieten. Im Schlussspurt erreichten wir das Küstenstädtchen Perros-Guirec, wo wir im wunderschönen Grand-Hotel Halt machten. Ob es heute Abend noch für einen Besuch im hoteleigenen Kasino reicht?