Das erste was uns heute beim Aufstehen auffiel, war, dass sich das Wetter von einer wesentlich besseren Seite zeigte als gestern Nachmittag und als für heute prophezeit wurde. So bewegten wir uns zuerst etwas am Strand und geriet so noch in ein Filmset. Nicht etwa ein Dupin wurde gedreht, sondern einer über den Künstler Raffael, wie uns die Dame am Strand verriet, die uns am Weiterlaufen hinderte. Nach einem wunderbaren Frühstück mit Aufsicht auf das stürmische Meer (es war zwar schönes Wetter, aber extrem windig => ca. 10  Beaufort) machten wir uns auf den Weg an die Rosa Granitküste in Ploumanac`h. Der rosafarbene Granit bildete sich vor ca. 300 Millionen Jahren im Zuge einer Phase der Gebirgsbildung infolge der Kollision der Urkontinente Gondwana und Laurussia sowie mehrerer Mikroplatten. Die Erosion der darüber liegenden Erdschichten und die allmähliche Abtragung durch das Ansteigen des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit führten zur Bildung der speziellen Felsformationen. Aufgrund ihrer markanten Formen haben einige der oft hausgroßen Felsen Eigennamen erhalten, wie etwa Napoleons Hut, der dem Hafen von Ploumanac’h vorgelagert ist. Er erlangte besondere Berühmtheit, da die BBC am frühen Abend des 3. August 1944 mit der als Code gesendeten Frage Le chapeau de Napoléon est-il toujours à Perros? („Ist Napoleons Hut noch immer in Perros?“) der Résistance das Signal zum bewaffneten Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht in der Bretagne gab.

Die Felsen verdanken ihre Form auch den Kräften von Ebbe und Flut. Der Tidenhub an diesem Küstenabschnitt beträgt bis zu 12 Meter. Bei Niedrigwasser kann man über ausgedehnte Sandflächen zu vorgelagerten Inseln wandern. Daher lassen sich hier auch zahlreiche Muschelschalen finden.

Besonders eindrücklich waren die hohen Wellen, wenn sie an Land prallten und dabei die Gischt durch den starken Wind verweht wurde und natürlich die riesigen Steinblöcke, die wie von Riesenhand geworfen einfach so herumlagen oder aufgeschichtet waren. Zwischendurch trafen wir auf Orte, die uns von Jean-Luc Bannalecs "Bretonisches Leuchten" her bekannt vorkamen, so auch das Aquarium von Trégastel, wo Kommissar Dupin sich fast verlaufen hätte.

Zu Mittag gab es einmal mehr eine Galette au Sarrasin. Essen die Bretagnier eigentlich auch mal etwas anderes zu MIttag? 

Nach dem Essen besuchten wir noch das Traouiero-Tal, das im Dupin-Krimi auch eine wichtige Rolle spielte. Nach der Rückfahrt genossen wir den reservierten Spa-Bereich im 5. Stock mit wunderbarer Aussicht vom Whirlpool oder der Sauna auf das aufkreuzende Unwetter und die Sturmfluten auf dem Meer. Zum Abkühlen musste man nur kurz auf den Balkon stehen, was einem Eisbad etwa gleich kam. Das Wetter hat heute extrem gut mitgespielt. Den Tag hindurch wunderschön und am Abend stürmisch und regnerisch. Was will man mehr.