Unser letzter Ferientag startete mit einem Frühstück im Zimmer. Das war für uns eine ganz neue Erfahrung, die jedoch im Hotel Flaubert völlig Standard war, da der Frühstücksaal für alle Gäste anscheinend zu klein sei. Nach einem gemütlichen Vormittag, an welchem wir uns in unsere Lektüren vertieften fuhren wir um 11 Uhr los in Richtung Le Havre und dann weiter an die Alabasterküste bei Etretat.
Die 120 km lange Alabasterküste erstreckt sich von Le Havre an der Mündung der Seine nach Nordosten bis hinter Le Tréport an der Grenze zur Region Picardie. Sie bildet einen Teil der französischen Küste am Ärmelkanal. Hauptorte entlang der Alabasterküste sind Le Havre, Fécamp, Dieppe und Le Tréport. An der Alabasterküste wurden über längere Zeiträume gewerbsmäßig Kieselsteine gesammelt, um sie als Zuschlagstoff für Beton, zur Herstellung von Schleifpapier, als chemischen Hilfsstoff oder für die Herstellung von Lacken und Farben zu benutzen. Der Bestand an Kieselsteinen ging dadurch um die Hälfte zurück. Die vorherige Funktion als Wellenbrecher wurde dadurch beeinträchtigt, was zu einer verstärkten Erosion der Küste führte. 1975 wurde die Gewinnung der Kieselsteine beendet. Das Sammeln der Kieselsteine ist heute verboten. Und daran haben wir uns gehalten. Dafür parkierten wir ohne Erlaubnis auf dem Parkplatz des Golfclubs und unternahmen von da eine schöne Wanderung um den Golfplatz direkt an die Klippen und dann weiter ins Dorf Etretat, wo wir unseren Durst löschten und danach einen Trampelpfad im Wald bis wiederum zum Golfplatz hochkraxelten. Der Golfplatz ist wohl einer der schöneren auf dieser Welt direkt auf den Klippen gelegen. Wir stiegen wieder ins Auto und wollten nun bei Le Havre noch einen Zwischenhalt machen. Da hat uns bei der Hinfahrt am Mittag besonders die Pont de Normandie, also die Brücke über die ins Meer mündende Seine fasziniert, dies nicht nur wegen der erneuten Maut von 5.80. Sie war wirklich eindrücklich hoch und steil, so dass auch grössere Schiffe noch unten durch fahren konnten. So machten wir in Honfleur Halt, um die Brücke noch einmal zu betrachten. Diese Stadt gefiel uns dann so sehr, dass wir beschlossen, auch da noch etwas zu flanieren und wie man es in Frankreich so macht, auf dem pittoresken Dorfplatz einen Ricard zu trinken. Honfleur war ein bedeutender Handelsort des Herzogtums Normandie. Der Name Honfleur ist skandinavischen Ursprungs und kommt von „Honna Flow“, was mit „kleine Bucht“ übersetzt werden kann. Von Honfleur war es dann nur noch einen Katzensprung zurück zu unserem Hotel in Trouville-sur-Mer, wo wir den letzten Abend unserer Bretagne-Normandie-Reise noch bei Sonnenschein geniessen konnten.