Heute stand ein Autofahrtag bevor, galt es doch, die Strecke von der Südküste an die Ostküste nach Egilstadir unter die Räder zu nehmen. Am Morgen nahmen wir es entsprechend gemütlich und fuhren erst gegen 9 Uhr mal los in Richtung Höfn. Dieses Zentrum des Südostens Island weist eine lange Geschichte als Fischer- und Handelsort aus. Doch auch die ältesten Häuser sahen in ihren Wellblechverkleidungen nicht besser aus, als alle anderen Häuser in Island, doch der Fischerhafen war interessant. Wir staunten vor allem ab den kleinen Schiffen (ca. 8-10m Länge) mit denen die Fischer auf die wilde See rausfuhren. Von Höfn aus führte die Strecke mehr oder weniger der Küste entlang ostwärts und dann der Ostküste entlang nach Norden. Schon bald kamen die ersten Fjorde in Sicht. Beim 2. Fjord bogen wir links ab und nahmen eine Hochlandpiste als Abkürzung zur ziemlich kurvigen Küstenstrasse. Als wir gegen Mittag in Egilstadir ankamen, hatte unser Auto ab dem vielen Staub die Farbe von Weiss nach Rotbraun verändert. Am Mittag besuchten wir zum ersten Mal ein isländisches Kaffeehaus. Auch hier ein extrem praktisches Konzept. Man bezahlt beim Eingang für ein Buffet und kann sich dann bei den kalten Vorspeisen, den warmen Hauptgängen bedienen, Wasser und Kaffee sind ebenfalls inbegriffen. Das Essen war sehr lecker, vor allem der Lachs hat es uns angetan. Für den Nachmittag hatten wir noch einen Reitausflug im Reiterstall Husey gebucht. Schon die Fahrt zu diesem Hof nahe an der Ostküste gelegen war abenteuerlich. Eine unbefestigte Strasse führte ca. 30 km durch Hochlandebenen im tiefer Richtung Meer. An einem Flusslauf entdeckten wir ein Dutzend Robben, denen der heute vorherrschende Gischtregen offensichtlich weniger ausmachte als uns. Die Eltern wälzten sich faul auf dem Festland, während dem die Jungen in der starken Strömung spielten, sich treiben liessen und dann wieder in einem „Robbenzahn“ flussaufwärts um die Wette schwammen. Etwas zu früh kamen wir in Husey an und so hatten wir genügend Zeit, an unserem Tagebuch zu schreiben und weiterhin darauf zu hoffen, dass das Wetter gegen Abend noch etwas aufhellen würde. Ob dies geschehen wird, schreiben wir im morgigen Tagebuch.