Der Blick aus dem Fenster stimmte uns heute zuversichtlich, gab es doch wieder einmal einige Aufhellungen. Aber schon beim Morgenessen sahen wir draussen auf dem Campingplatz die Leute im Regen frühstücken. Nach dem Check-Out fuhren wir auf der anderen Flussseite noch einmal zum Godafoss, um von diesem wunderbaren Wasserfall definitiv Abschied zu nehmen. Anschliessend ging die Reise weiter Richtung Meer nach Husavik. Direkt vor unserem Fosshotel parkten wir unseren Landcruiser, zogen uns mit unseren wärmsten Schichten an und marschierten Richtung Tickethouse von unserem Whale-Watch-Tour-Anbieter Northsailing. Unser Upgrade klappte wunderbar und schon bald durften wir uns das warme und vor Wind schützende Seglerkombi anziehen und uns auf den Schoner Hildur begeben, denn nebst der Beobachtung von Walen und Papageientauchern sollten wir auch noch eine Grundschulung im Segeln erhalten. Nachdem ein gerissenes Seil der Takelage mit einer waghalsigen Aktion ersetzt wurde, fuhren wir raus Richtung Puffin-Island, die ihren Namen von den über 200`000 Papageientauchern hatte, die dort ihre Nester bis zu einem Meter tief in den Boden gegraben haben. Hier noch eine kleine Eselsbrücke, die wir von einem Guide gehört haben: „Puffins (nicht zu verwechseln mit Muffins) ernähren sich am liebsten von Sandaalen, (nicht zu verwechseln mit Sandalen).“ Schon auf der Hinfahrt zur Insel sahen wir eine Schule Weissschnauzendelfine, doch diese waren sehr scheu und spurteten davon, sobald das Schiff in ihre Nähe kam. Je weiter draussen wir auf der See waren, umso stürmischer wurde diese und die Wellenhöhe nahm deutlich zu, so dass bereits die ersten Passagieren über die Reling hingen. Wir Seeleute vom Murtensee waren absolut seetauglich und hatten diesbezüglich zum Glück absolut keine Probleme ;-). Auf dem Meer war das Wetter auch besser als zu Lande, will heissen, wir sahen blauen Himmel, es regnete nicht, aber es zog ein kühler Wind und es herrschte eine gefühlte Temperatur von 5° C vor. Trotzdem sassen wir die ganze Zeit über draussen, denn wir hätten ja etwas verpassen können. Und so sahen wir dann, als wir in die Skjálfandi Bay, einem bekannten Futterplatz verschiedener Walarten, reinfuhren, die ersten Buckelwale. Diese waren ca. 16m lang und damit etwa gleich lang wie unser Segelschiff. Meistens tauchten sie mehrere Male nacheinander auf, holten Luft, was zu den Blasfontänen führte, die schon von weit her zu sehen waren. Nach letzten Mal Luftholen will der Wal dann wieder in die Tiefe tauchen, was er mit einer starken Beugung und mit einem Schwung der Schwanzflosse erreicht, was für uns Beobachter dann jeweils ein Highlight war. Es war einfach ein unbeschreiblich schönes Gefühl diesen ruhigen Meeresbewohnern zuzuschauen und sich von ihren anmutigen Bewegungen begeistern zu lassen. Wir konnten uns fast nicht satt sehen. Doch alles hat mal ein Ende und so mussten auch wir uns von den Buckelwalen verabschieden und uns auf die Rückfahrt nach Husavik machen. Unterwegs sahen wir noch einen Zwergwal sowie einen weiteren Buckelwal, der Sprünge machte. Zudem mussten wir in Bezug auf das Raffen der Segel alle einen Einsatz leisten. Zurück im Hafen waren alle Segel gerafft, wir konnten unsere Schutzkleidung zurückgeben und uns vom super 3-köpfigen Schiff-Team verabschieden, im Hotel einchecken und ein bisschen chillen. Danach machten wir einen Spaziergang im Hafen und assen im urchigen Fischerbeizli Gamli Baukur ein feines Nachtessen. Auf dem Weg zurück ins Hotel bewerteten wir Husavik einstimmig als das bis jetzt schönste Dorf in Island, das wir gesehen haben. In der Hotelbar liessen wir diesen erlebnisreichen und wunderbaren Tag ausklingen.