Als gestern der Reisecar mit der japanischen Gruppe angekommen war, haben wir an der Réception spioniert und herausgefunden, dass die Gruppe am nächsten Morgen um 9 Uhr ihre Golden Circle Tour starten wollte. Ganz schlau stellten wir uns um halb 7 den Wecker und gingen bald einmal zum Frühstücksbuffet, doch, oh Schreck, die Japaner waren auch schon alle da und neben ihnen noch viele andere Touristen. Zum Glück sassen sie alle eng zusammengepfercht in einem Teil des Frühstückraumes und merkten wohl nicht, dass es noch einen anderen gab – für uns ;-) So genossen wir das Frühstück und freuten uns darauf, den Golden Circle vor den Japanern und den anderen geführten Reisegruppen besuchen zu können, weil wir ja gleich nach dem Essen losfahren konnten. Und so war es dann auch. Durch eine wunderschöne Hochlandstrecke auf welcher sich Weideflächen mit Islandponys, Lavafelder und Wäldchen mit Wochenendhäuschen der Reykjaviker ablösten, erreichten wir bald den Ort Geysir. Unsere Hoffnung, dass sich der morgendliche Regen bald mal legen würde, zerplatzte leider auch, so dass wir in einem erfrischenden, aber nervigen Sprühregen ausstiegen und einen Spaziergang Richtung Little Geysir, Strokkur und Geysir unter die Füsse nahmen. Der ziemlich regelmässige Ausbruch des Strokkur war jedes Mal extrem beeindruckend. Dass im Erdinnern durch die Hitze ein solcher Druck erzeugt werden kann, dass das Wasser so hoch steigen kann – ok, bei Vulkanausbrüchen wird noch viel mehr Material bewegt, aber die gibt es schliesslich auch nicht alle 6 Minuten. Naja, mit wunderbaren Eindrücken aber auch völlig durchnässt, stiegen wir wieder in unser Auto ein und fuhren weiter Richtung Gullfoss. Eindrücklich, wie viel Wasser da pro Sekunde über die beiden Stufen runterfliesst. Zum Glück hat Sigríður Tómasdóttir (also die Tochter von Thomas) damals verhindert, dass der Gullfoss einem Stausee zum Opfer gefallen ist und Energie ist ja in Island durch die Erdwärme genügend vorhanden. Als nächstes machten wir uns auf den Weg zum Bruarfoss, einem Geheimtipp, der in keinem Reiseführer steht. Nach 2 Anläufen mit Google Maps Unterstützung schafften wir es und wurden mit einem zwar weniger mächtigen aber dafür umso schöneren Wasserfall belohnt. Der letzte Teil unserer Golden Circle Reise war Pingvellir, dem geschichtsträchtigen Ort, an welchem vor über 1000 Jahren das Althing (das isländische Parlament) einmal im Jahr während 3 Wochen tagte, was einem Volksfest gleichkam. Als wir dann am Abend im Hotel zurück waren, kam doch die Sonne mal etwas hervor und zeigte uns, dass sie auch noch da ist ;-) Super Sache, wir freuen uns auf Morgen.