Voller Erwartungshaltung starteten wir in den neuen Tag, der uns mit DEM Highlight unseres Lappland-Aufenthaltes aufwarten soll: einer halbtägigen Husky-Tour durch die Wildnis. Ein Kleinbus holte uns im Hotel ab und führte uns in einer halbstündigen Fahrt auf welcher wir kaum ein Haus sahen, zur Husky-Farm von Powerrun-Adventures (http://powerunadventures.aavasivusto.fi). Dort begrüsste uns Sanna auf Deutsch und gab uns einige Instruktionen zu Hundeschlitten und der Führung von Hunden. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass Sanna auch an der Réception unseres Hotels arbeitete und wir sie dort schon öfters gesehen haben. Wir haben sie jedoch nicht wieder erkannt und sie hat zu Beginn nichts gesagt ;-) Als wir zu den Zwingern kamen, staunten wir über das Gebelle der etwa 40 Huskies, das ohrenbetäubend war. Die Hunde konnten es kaum erwarten, endlich loszurennen, doch zuerst mussten noch die Schlitten fertig geschirrt werden. Dann kam der grosse Moment und alle von unserer Gruppe fuhren mit je einem 4er-Gespann von Huskies los. Und plötzlich war es mucksmäuschen still und man hörte nur noch das Hecheln der Hunde. In Stille durch diese wunderbare Winterlandschaft zu gleiten, war ein wunderbarer Moment. Zwischendurch hielten wir an und kaum war das der Fall, begannen die Hunde wieder wie wild zu bellen. Ging es dann wieder los, legten sie auf den ersten Metern einen Spurt hin, dass man aufpassen musste, um nicht vom Schlitten zu fallen. Danach normalisierte sich das Tempo aber schon wieder und bergauf mussten wir mit Trottinett-Bewegungen etwas aushelfen. Aber es war schon erstaunlich, welchen Trieb und welche Kraft die Hunde an den Tag legten. Als sich Karins Hunde plötzlich verhedderten, wollte Thomas helfen und stand dann nur noch mit einem Fuss auf der Bremse. Mit dem Resultat, dass die Hunde auf einmal ohne ihn losrannten und er die Bremse nicht genügen halten konnte. Zum Glück wurden die Hund weiter vorne von Maria gebremst und er konnte wieder beruhigt auf den Schlitten steigen. Bei einer Waldhütte machten wir Mittagspause. Die Hunde erhielten von unseren Begleitern Goodies und wir eine auf dem Feuer gekochte, feine Lachssuppe, getoastetes Käsesandwich und zum Dessert feine Güetzis und Kaffee. Im Gespräch mit Sanna erfuhren wir viel Interessantes über die Hunde und das Leben in dieser Wildnis (Das Dorf umfasst ca. 16 Einwohner, die in 4 Häuser leben, welche auf einem Gebiet von mehreren Quadratkilometer leben). Sanna und ihr Mann konnten die 2 Hektaren Land für 20 TEUR kaufen, haben dann ein Stück davon gerodet und ihre Farm darauf gebaut. Über die Hunde erfuhren wir, dass diese bis minus 35° C eingesetzt werden können, aber bei plus 15° total schlapp machen. Nebst den Touren nehmen Sanna und ihr Mann auch an Rennen teil und haben dabei schon die eine oder andere Medaille gewonnen. Am Nachmittag erfolgte dann noch der zweite Teil der Tour durch wunderbare Hochebenen, durch tief verschneite Wälder und über Hügel, welche eine schöne Aussicht boten und das alles in absoluter Wildnis. Hätten wir uns verloren, wir hätten wohl nie wieder zurück gefunden. Nach der Tour halfen wir mit, die Hunde von den Leinen zu nehmen. Danach zeigte uns Sanna noch 2 Welpen, die mega herzig waren und dann hiess es schon Abschied nehmen. Im Camping stiegen wir aus dem Bus, tranken im Beizli noch etwas zusammen und gingen dann zu Fuss über den See zurück zu unserem Hotel. Die Husky-Tour gab jedoch noch Anlass für viel Gespräche und sie bleibt und in wunderschöner Erinnerung.